Buchvorstellung
Buchcover

Er ist ein Mathematiker und also hartnäckig.
Johann Wolfgang von Goethe

Mehr als nur Vermessen…

Von der Lehre über die Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche sprach Friedrich Helmert (*31.07.1843; † 15.06.1917) und meinte damit die Aufgaben der Vermessung bzw. Geodäsie. Das Spektrum im gegenwärtigen Berufsleben ist weitaus größer, als es diese kurze Definition zunächst vermuten lässt. Die Arbeit beschränkt sich somit nicht nur auf das Erfassen von Punkten auf der Erdoberfläche und das Erstellen von Karten, sondern ist weit vielfältiger. Zu den klassischen Aufgabenbereichen zählen

  • Ingenieurvermessung und Messtechnik,
  • Landes- und Katastervermessung,
  • Bodenordnung und Wertermittlung sowie
  • Hydrographische Vermessung.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Neben klassischen Theodolit- und Tachymetersystemen, finden moderne satellitengestützte Verfahren zur Positionsbestimmung und Georeferenzierung Anwendung. Bei präzisen messtechnischen Aufgaben sind Genauigkeiten im µm-Bereich möglich z.B. durch den Einsatz von Extensometern, Neigungsmessern oder Lasertrackern. Derartige Problemstellungen sind häufig in der Qualitätssicherung und -kontrolle zu finden, aber auch bei Deformationsanalysen und Konvergenzmessungen in Untertageanlagen.

Die Bewertung von Grundstücken zur Ermittlung des Verkehrswertes aber auch das Planen und Umgestalten ganzer Ortsteile im Rahmen einer Flurneuordnung sind weitere Aufgaben des Vermessungsingenieurs.

Durch Laufzeitmessungen mittels Echo- bzw. Fächerloten wird in der Hydrographie der Meeresboden erfasst, wodurch u.a. das Auffinden von Wracks möglich wird. Aus Entfernungsmessungen zum Mond und zu Satelliten lassen sich, zusammen mit weiteren Raumverfahren wie VLBI, GNSS oder DORIS, Änderungen der Rotationsachse der Erde oder Polschwankungen ableiten. Ferner werden durch diese Verfahren das sternenfeste und das erdfeste Koordinatensystem realisiert.

Die konventionelle Karte hat mit ihrer flachen Darstellung nahezu in allen Bereichen ausgedient und ist durch datenbankgestützte Geoinformationssystem (GIS) abgelöst. Derartige Systeme ermöglichen die georeferenzierte Darstellung von Sachdaten, die zur Analyse und Präsentation genutzt wird. So können Zweckverbände wie die Stadtwerke Versorgungsengpässe simulieren und Problemzonen aufdecken.